Zwischen Nostalgie und Neuanfang

Nostalgie Neuanfang

Ein letztes mal durch die Straßen ziehen, die mit Kindheitserinnerungen gefüllt sind, Plätze, die einem einst viel bedeutet haben. Noch ein mal auf der jetzt neuen Schaukel auf dem alten Spielplatz schaukeln, als wäre man wieder dieses sorgenlose, befreite Kind. Dieser komische Zustand zwischen Nostalgie und Neuanfang, wenn man die letzten zwei Monate vor der Weltreise in der alten Heimat verbringt.

Irgendwie ein gutes Gefühl, all das nochmal zu sehen. Aber auch mit der Gewissheit, all das für eine sehr lange Zeit nicht mehr zu sehen. Und das klingt jetzt vielleicht dramatischer als es ist. Ich hatte eine wunderbare Kindheit und Jugendzeit hier und eine Zeit, die überwiegend von wirklich schönen Momenten geprägt war. Trotzdem ist es ein Ort, den ich, eigentlich solange ich denken kann immer am liebsten im Rückspiegel gesehen habe. Ich wollte schon immer weit weg, etwas von der Welt sehen. Und schon bevor ich vor über 2 Jahren von hier weggezogen bin, war es irgendwie kein richtiges Zuhause mehr. An der Stelle fällt mir ein Zitat aus dem Film ‚‘Garden State’’ ein, (toller Film, seht ihn euch an, falls ihr es noch nicht getan habt!) ‚‘Kannst du dich an den Tag erinnern, an dem du gespürt hast, dass das Haus in dem du aufgewachsen bist nicht mehr dein Zuhause ist? Du hast da noch dein ganzes Zeug und alles, aber irgendwie ist das auf einmal kein richtiges Zuhause mehr.’’

Und trotzdem wird es für mich auf irgendeine Art & Weise immer ein Ort bleiben, an den ich für eine gewisse Zeit gerne mal zurück kehre und an dem ich mich auch geborgen fühle. Aber das Haus, die Umgebung, das alles hat sich schon vor einigen Jahren nicht mehr wie ein richtiges Zuhause angefühlt. Weil ich insgeheim immer das Gefühl hatte, hier nicht so richtig hinzugehören. Ein Stück weit wollte ich das wahrscheinlich auch gar nicht. So richtig reingepasst habe ich in diese Dorfstruktur zumindest nie. Nicht über längere Zeit. Aus dem Grund bin ich auch nach der Schulzeit von hier weggezogen, um zu sehen, was das Leben sonst noch für mich bereit hält. Eine der besten Entscheidungen, die ich treffen konnte.

Und jetzt, wo ich für eine längere Zwischenzeit wieder hier bin, erinnere ich mich einerseits an all die Gründe, die mich von hier weggezogen haben. Andererseits sehe ich auch all die schönen und guten Dinge, die mich mit diesem Ort verbinden, die ich früher nie gesehen habe bzw. einfach nicht sehen wollte. Irgendwie kann ich jetzt einfach Frieden schließen mit diesem Ort, der sich doch irgendwie Heimat nennt. Es ist schön, dass es ihn gibt und es ist gut zu wissen, dass er immer da sein wird. Aber genauso schön ist es auch, ihn bald wieder hinter mir zu lassen.

Ich glaube, die Quintessenz aus diesen Zeilen soll heißen: Manchmal kann es gut sein, eine kleine Reise zurück in die Vergangenheit zu unternehmen.

Es hilft einem dabei, gewisse Dinge klarer zu sehen und mit längst vergangenen abzuschließen oder Frieden zu schließen, um so Platz für Neues zu schaffen.
Wie es in Miley Cyrus’ neuem Song heißt: ‚‘no one stays the same’’ und ‚‘change is a thing you can count on’’. Das Leben ist voll von Veränderungen und wir wissen nie, wo es uns als nächstes hinführt. Und manchmal verändern wir uns, während unsere Umgebung oder unser Umfeld immer das Gleiche bleibt. Wenn wir spüren, dass es an der Zeit ist zu gehen, dann sollten wir auch gehen. Oft macht uns das natürlich eine heiden Angst. So wie bei fast Allem, das uns nicht bekannt ist und bei dem wir nicht wissen, was genau da auf uns zukommt. Weil das vielleicht voraussetzt, dass wir einen riesigen Schritt aus unserer Komfortzone hinaustreten. Aber Veränderung ist immer gut. Denn so schön es auch sein mag in der Nostalgie zu verweilen, dürfen wir uns nicht in ihr verlieren.

 

 

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