Danke, 2018!

Wow. Was für ein verrücktes, ereignisreiches und wundervolles Jahr. Das Jahr 2018 ist fast vorbei. Wenn ich auf die letzten Monate zurückblicke, fällt mir nur ein Wort ein: Achterbahn. Nicht weil ich in der Krake im Heide Park stecken geblieben bin, nein dieses Jahr war einfach ein riesiges Auf und Ab. Seit ich von meiner längeren Reise zurück nach Deutschland kam, hatte ich eine wirklich durchwachsene Zeit. Emotional, aufwühlend, schwierig. Doch fangen wir vorne an. Anfang des Jahres war ich noch in Neuseeland. Gefühlt ist das schon wieder 3 Jahre her, weil so vieles seitdem passiert ist. Ich habe meinen Traum gelebt und bin im Herbst 2017 auf Weltreise gegangen. Endlich. Ich hatte so lange daraufhin gearbeitet. Anfang 2018 war ich also (noch) in Neuseeland. Dort hab ich so wunderbare Menschen kennengelernt, die einen Platz in meinem Herzen gefunden haben. Viele von ihnen werde ich wahrscheinlich nie wieder sehen, aber das ist egal. Alles im Leben ist eine Momentaufnahme und ich bin dankbar für jede kleine Momentaufnahme, die das Leben im Großen und Ganzen zu etwas absolut besonderen machen.

Dieses Gefühl von Leichtigkeit und Freiheit, das ich verspürt habe, als ich mit meinem eigenen Auto, das ich in Neuseeland gekauft hab über die beiden Inseln gereist bin. (what the fuck, ich hab dort wirklich ne Karre gekauft, obwohl ich keinen blassen Schimmer von Autos hab! Bin aber buchstäblich ganz gut damit gefahren.) Und ich hab das irgendwie alles hinbekommen, ganz alleine. Das war eine unglaubliche Zeit und ich verspüre tiefe Dankbarkeit dafür, dass ich diese Erfahrung machen durfte und dass ich den Mut hatte das durchzuziehen. Im Zuge dessen habe ich auch versucht eine Youtube-Karriere als Reisebloggerin zu starten, diese aber recht schnell wieder im Sand vergraben, da ich gemerkt hab, dass in der Gegend rumlaufen während ich mir eine Kamera ins Gesicht halte, einfach nicht so mein Ding ist.


Ich habe zum ersten mal eine Kultur kennenlernen dürfen, die anders ist als unsere Westliche. In Indonesien. Ich habe gelernt, dass Bali zwar nicht das perfekte Paradies ist, das ich erwartet hatte und von dem alle schwärmen, trotzdem hat diese Insel auf eine Art & Weise mein Herz gestohlen. Ich hab dort traditionelle Feste mit den Einheimischen gefeiert, die zu den herzlichsten und fröhlichsten Menschen gehören, die ich kenne. Ich hab fast einen Nervenzusammenbruch bekommen, als ich die Grenze von Malaysia zu Singapur per Bus überquert habe und nach der Immigration meinen Bus nicht mehr finden konnte. Am Ende hat es dann doch irgendwie geklappt. Das ist eine Sache, die ich 2018 gelernt habe und die ich definitiv dem Reisen zu verdanken habe: Am Ende wird wirklich alles gut. Egal wie hoffnungslos oder verloren eine Situation sich in dem Moment anfühlt, wie sehr die Angst einen in dem Moment auch auffrisst, es wird alles gut. Auf meinem Weg habe ich auch immer Menschen getroffen, die mir in solchen Situationen geholfen haben und einfach super hilfsbereit waren. Etwas sehr wichtiges, das ich lernen durfte: Bei all dem Hass auf dieser Welt, Liebe siegt immer und im Grunde sind die Menschen gut. 


So, nach diesen nervenaufreibenden Erlebnissen hab ich mich erstmal von Südostasien und dann auch von meinen langen Haaren getrennt. Rückkehr nach Neuseeland, zurück nach Hastings, dort wo ich meinen ersten shitty Backpacker Job hatte. Heimatgefühl. Ein Haus voller Verrückter. Mein Zuhause am anderen Ende der Welt. Ich vermisse diesen Ort und gebe heute noch manchmal das Haus als meine Heimatadresse an. Die Leute, die ich dort kennenlernen durfte werden immer einen besonderen Platz in meinem Herzen haben. All die Abende zusammen, draußen am Feuer, Jam-Sessions im Garten, die Poker-Abende, obwohl ich bis jetzt keinen Blassen Schimmer habe, wie das eigentlich funktioniert. Mit der besten kleinen Gruppe von Menschen zusammen arbeiten, leben, essen, alles teilen. Obwohl wir uns manchmal so auf die Nerven gingen, gab es wieder Momente, in denen wir uns so nah waren. Eine kleine Familie am anderen Ende der Welt. Einfach mal mitten in der Nacht zum Sonnenaufgang auf den Te Mata’s Peak fahren, gemeinsame Fressattacken, Ohne Schuhe, aber mit Socken im Pak’N’Save einkaufen gehen, halbe Lebensweisheiten, kleine, immer wiederkehrende Dramen, die einem irgendwie das Gefühl gaben, schon seit Ewigkeiten dort zu leben. All diese kleinen, unbedeutenden Dinge, die in der Mehrzahl so viel bedeuten und diese Zeit zu einer der besten meiner ganzen Reise gemacht haben.


Nach dem schweren Abschied, ging’s nach Melbourne. Und damit auch die Realisation, dass mein Geld nicht mehr lange reicht. Tja, entweder den nächsten shitty Backpacker Job in Down Under finden oder zurück nach Deutschland. Die Entscheidung zurück nach Deutschland zu fliegen war recht schnell gefällt und fühlte sich dann richtig gut an. Somit lebte ich die letzten Tage noch in Saus und Braus und gab mein Geld für unendliche vegan Ben & Jerry’s und Lord of the Fries aus. Ich nahm mir dort nochmal viel Zeit für mich und gewann viele Erkenntnisse darüber, was mir im Leben wirklich wichtig ist. Dann der Rückflug nach Deutschland. Absolut gemischte Gefühle. Eigentlich wollte ich den Sommer ja hier verbringen, um eine gute Zeit mit meinen Freunden zu haben. Leichtigkeit. Nunja, wie so ziemlich alles im Leben, kam auch das ein bisschen anders als geplant. So fand ich mich wenige Zeit später wieder in meinem alten ‚‘Ferien-Fabrikjob“, da ich ziemlich Broke war. Es folgten 4 Monate, die, eher eintönig waren, ich hab mich natürlich wieder nach der Ferne gesehnt. Die Zeit war aber auch sehr lehrreich. Ich hab probiert, mir ein Online Business aufzubauen, bin Schritte gegangen, die mich viel Mut gekostet haben. Letztlich hab ich doch wieder einen Rückzieher gemacht und plötzlich alles in Frage gestellt, an allem gezweifelt. An mir selbst, an dem, was ich eigentlich will, kurzum: ich hab mich sehr verloren gefühlt.


Dann kam Indien. 7 Wochen, die mir echt den Arsch gerettet haben. Die mit Abstand intensivste Zeit des Jahres. Ein unglaublich transformierendes Erlebnis, dieses Land zu bereisen. 10 Tage Vipassana, die mich mental und körperlich an meine Grenzen gebracht haben, so viele Erkenntnisse, so viele inspirierende Menschen und Momente. Ich konnte neue Kraft schöpfen und hab gelernt, was Selbstliebe wirklich bedeutet, auf einer tieferen Ebene als je zuvor. Ich habe das Gefühl, mich seit dieser Reise wieder besser zu verstehen. Die Zeit in Indien war ein perfekter Abschluss für das Jahr 2018, denn sie hat mich geerdet und zurück zur Wurzel gebracht, mich erneut dran erinnert, was ich vom Leben will und was ich nicht will. Auch die Erkenntnis, dass reisen allein mich nicht glücklich macht. Und mit dem Wissen, dass meine Ziele und Vorstellungen sich auch jederzeit wieder ändern können.


Ich kann gar nicht in Worte fassen, wie dankbar ich für dieses wundervolle Jahr 2018 bin. Für all die Erfahrungen, die unfassbar tollen Menschen, die ich getroffen habe, für all die Dinge, die ich gelernt, gesehen und erlebt habe. Ich bin so dankbar für alles, was dieses Jahr passiert ist. Für all die guten und auch die schlechten Dinge, denn jedes einzelne hat mich etwas wichtiges gelehrt. Ich glaube, ich erkenne immer mehr, wer ich wirklich bin und wer ich sein will. Ich hab gelernt, dass ich kein Label brauche. In keinerlei Hinsicht. Ich dachte, ich bräuchte eins, um mich dazugehörig zu fühlen, aber ich bin zu dem Entschluss gekommen, dass das total unwichtig ist. Wir sind Menschen. Alles um uns herum ist Liebe und alles was zählt ist die Liebe. Mehr braucht es nicht zu definieren. Danke 2018. Danke für alles. Du warst unfassbar transformierend, lehrreich und einfach unglaublich. Ich kann dich jetzt in Frieden gehen lassen. Hiermit lass ich dich also los, denn eines der wichtigsten Dinge, die ich in diesem Jahr gelernt habe, ist die Vergänglichkeit von allem. Nichts bleibt wie es ist. Alles verändert sich und ist im Fluss. In jedem Moment, die ganze Zeit.

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