Ein Date mit dir selbst – in der Natur

Unterwegs an einsamen Stränden, an denen du kaum auf eine andere Person triffst, unterwegs auf leeren Straßen mit deinem Auto, das gleichzeitig dein neues Zuhause ist. Umgeben von grünen Hügeln, dem endlosen Blick auf den Ozean, ab und zu ein paar Hühner und Schafe am Rande des Highways. Genau diese Erfahrung mache ich gerade in Neuseeland. Vollkommene Isolation. Nur ich. Zumindest für eine Weile. Warum ich das tue? Weil ich mich selbst wieder besser kennenlernen will. Sozusagen Self-Dating. Ich hatte irgendwie das Gefühl, langsam aber sicher den Kontakt zu mir selbst zu verlieren. Und das ist meiner Meinung nach das schlimmste was passieren kann und ein triftiger Grund zum Handeln. Denn wir dürfen nie vergessen, wie wichtig die Beziehung zu uns selbst ist. Deshalb bin ich hier, draußen in der Natur, verbringe die meiste Zeit allein auf der Suche nach Antworten. Da habe ich etwas interessantes bemerkt. Ich bekomme sogar Antworten auf Fragen, die ich mir vorher nie gestellt habe. Und Dinge, die ich längst vergessen oder verdrängt habe kommen wieder zum Vorschein. Auch zum ersten Mal hab ich das Gefühl, ich kann einfach sein. Nichts weiter. Ich bin weder Schüler, noch Student oder Angestellter. Ich bin einfach losgelöst von jeglichen gesellschaftlichen Rollen, hab das Gefühl, nicht ständig bestimmte Erwartungen erfüllen zu müssen. Außer meine eigenen.

Denk zuerst an dich!

Denn weder ich, noch du sind auf dieser Welt, um jedem zu gefallen und es allen recht zu machen. In erster Linie muss ich mir selbst gefallen, müssen wir alle uns selbst gefallen. Am Ende bist du die Person, mit der du dein ganzes Leben verbringst, deshalb sorge immer zuerst für dich selbst, bevor du dich um andere sorgst. Das mag für dich vielleicht egoistisch klingen, aber überleg doch mal. Wenn es dir selbst nicht gut geht, wie sollst du dann auch für dein Kind, deine Familie, deine Freunde oder für wen auch immer sorgen? Im Flugzeug soll man ja auch zuerst sich selbst die Sauerstoffmaske aufsetzen.

Es ist okay Fehler zu machen, es ist sogar großartig!

Und ja, wir alle machen auch mal Fehler und verhalten uns komisch, aber dafür sollten wir uns nicht selbst verurteilen. Es gibt niemanden, der ständig alles richtig macht. Auch wenn das von außen manchmal so auf uns wirkt. Diese Menschen, die scheinbar alles im Griff haben und an einem Tag so viel schaffen, wie du selbst, gefühlt, nicht in einer Woche. Aber auch diese Menschen sind nicht perfekt, machen Fehler und verlieren auch mal die Fassung. Und diese Fehler sind im Grunde doch gar keine Fehler, sondern viel mehr Erfahrung. Also macht so viele Fehler wie nur möglich! Ich glaube, dass im Grunde niemand weiß, wie das mit dem Leben eigentlich so richtig läuft. Wir alle improvisieren Tag für Tag und versuchen uns dabei einfach nichts anmerken zu lassen.

Wenn ich eins gelernt habe, dann dass das Leben nicht geradlinig verläuft, sondern kreuz und quer und immer mal eine neue Abzweigung dazu kommt, die man ein paar Meter vorher noch gar nicht gesehen hat. Wenn du auf dein bisheriges Leben zurückschaust, ist da alles immer so eingetreten, wie du es geplant hast? Mit hoher Wahrscheinlichkeit wirst du diese Frage mit Nein beantworten. Und war das schlimm? Vielleicht. Aber in den meisten Fällen war es vermutlich sogar besser und hat dir ganz neue Wege eröffnet. Egal ob du deinen Lebenslauf schon 50 Jahre im Voraus sehen kannst, alles genau durchgeplant scheint oder ganz im Gegenteil; du überhaupt keinen Schimmer hast wohin mit dir vor lauter Möglichkeiten, geh raus, nimm dich mit auf ein längeres Date in der Natur. Das ist kostenlos, aber unheimlich wertvoll und kann wahre Wunder bewirken. Und du musst dafür nichtmal ans andere Ende der Welt reisen (obwohl die Natur hier wirklich atemberaubend ist). Geh einfach vor die Haustür, schnapp dir einen Rucksack mit ein paar Sache und geh ein paar Tage wandern oder auf Campingtour. Deine Seele wird es dir danken!

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